Hop-Top Show Fabuloso - viel mehr als nur eine Show
Freia Schultz-Friese - 27.03.2011: Hohe Kunst am Pferd. Eine Show der Superlative!
Unsichtbar... Da muss doch irgendwo ein unsichtbarer Faden sein... Oder wird dieses Pferd wirklich ferngesteuert?
Der Beginn der Hop-Top Show 2011 -Fabuloso- hätte nicht besser sein können. Ein Pegasus betritt die Bahn. Große Flügel auf dem Rücken. Mit nichts gesattelt, keine Trense, nur die übergroßen Flügel auf dem Rücken. Oben drauf ein Reiter, still sitzend. Harmonie pur.
Hohe Dressur, fliegende Wechsel, erhabene Trabtritte. Alles ohne sichtbare Einwirkung des Reiters. Dann kam das Unerwartete. Der Reiter stieg ab, ging ans Ende der Bahn – und steuerte sein Pferd aus der Ferne.
Ohne Worte, ohne Gerte, oder sichtbare Mimik. Das Pferd zeigte Bahnfiguren, Seitengänge, fliegende Wechsel...einfach so.
Nicht mehr steigerungsfähig werden Sie denken? Dann schauen wir mal weiter, tiefer in die Show hinein, die an keiner Stelle langweilig wurde. Eine unaufdringliche Geschichte, wunderbar in Szene gesetzt durch die riesige LED Leinwand, manchmal leichten Nebel und Farben. Wir werden mitgenommen auf eine Reise durch die Welt.
Wunderbare Abwechslung zwischen atemberaubenden Dressurlektionen, Freiheitsdressuren und actiongeladenen Szenen. Hier sind besonders die Ritter und das römische Wagenrennen zu nennen. Spannend, schnell und gewagt, der schwarze Ritter zeigte Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Beim Wagenrennen zeigten tatsächlich 3 römische Kampfwagen mit je 4 ausgewachsenen Pferden ein heißes Rennen in der Bahn.
Der Abschluss, Lorenzo – wie sollte es anderes sein auch der Höhepunkt der Show. Wie man so viele Pferde gleichzeitig über ein Hindernis springen lässt, ist ein Rätsel.
Faziniert und gebannt verfolgten wir die Show und ich denke, vielen Zuschauern wird ein Licht aufgegangen sein:
Da ist noch mehr als Gerte, Sporen und treiben. Unser Pferd kann mehr und will uns mehr geben, wir müssen nur den Weg erkennen. Der Grundstein ist gelegt.
Übrigens: Kein Pferd wirkte in dieser Show irgendwie gequält oder müde. Zügelgezerre oder Reiten hinter der Senkrechte suchte man vergebens. So schön kann Reiten sein.
Über den Autor, Freia Schultz-Friese
Freia Schultz-Friese ist dem Pferdesport seit frühester Kindheit verschrieben, und bleibt bis heute den Pferden treu. Sie betreibt den Reit- und Fahrsport aktiv mit eigenen Pferden seit nunmehr über 25 Jahren. Viele Disziplinen hat sie seither ausprobiert. Ihre alten und neuen Erfahrungen bringt sie in den Artikeln des Pferdekuriers ein.