Der ideale Weidezaun für Pferde

Ein Holzzaun ist pflegeintensiv - ©  berwis / PIXELIO

Ein Holzzaun ist pflegeintensiv - © berwis / PIXELIO

Zaun mit 3-fach Litze

Zaun mit 3-fach Litze

Gummiband mit Stromdraht © schemmi / PIXELIO

Gummiband mit Stromdraht © schemmi / PIXELIO

Lieber Holz oder Litze? Oder beides?

Freia Schultz-Friese - Jul 1, 2015: Es gibt viele Möglichkeiten ein Pferd einzuzäunen. Wir haben die verschiedenen Arten einmal zusammengetragen und möchten Ihnen einen Überblick verschaffen.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Weidezäunen:

  • Holzzaun
  • Kunststoffzaun
  • Elektrozaun
  • Gummizaunbänder
  • Drahtzaun

Je nach Art der Pferde und Standort der Weide sind Kombinationen aus mehreren Arten anzuraten um den Zaun wirklich sicher zu gestalten.

Grundlage - ohne Pfahl kein Zaun

Die Grundlage eines jeden Zaunes sind die Zaunpfähle. Von deren Stabilität hängt die Haltbarkeit des Zaunes unmittelbar ab.

Alt bewährt und immer noch gerne genommen sind Pfähle aus Holz. Hier ist unbedingt auf die Art des Holzes zu achten. Weiche Hölzer wie Fichte halten wesentlich kürzer als z.B. Pfähle aus Eiche oder Robinie.

Bei der Verwendung von Eiche sollte drauf geachtet werden, dass das Holz vor der Verwendung lange genug abgelagert wurde. Aufgrund der vorhandenen Gerbsäure reduziert sich die Haltbarkeit dieses Holzes ansonsten auf etwa 7 Jahre. Eine gute Ablagerungszeit sind ca. 3-5 Jahre.

Soll Robinie verwendet werden, ist diese vorher zu schälen und dann gut abzulagern, da sie Giftstoffe für Pferde enthält.

Weichholz wie Kiefer, Fichte usw. ist preiswerter, hält aber auch weniger lange. Hier ist es anzuraten die Hölzer entweder gleich imprägniert zu kaufen oder selber mit entsprechenden Lacken zu schützen. Zumindest den einzugrabenden Teil des Pfahles sollte man mit entsprechenden Mitteln vor Fäulnis schützen.

Seit Jahren groß im Kommen sind Pfähle aus Kunststoff. Sie sind unverrottbar, was sich im Falle eines nötigen Abbaus des Zauns aber auch als Nachteil erweisen kann. Hier sollte man außerdem darauf achten, dass es sich um einen möglichst splitterfreien Kunststoff handelt. Billigprodukte sind hier häufig aus dünnem Material, was sehr unschöne Verletzungen hervorrufen kann. Kunststoff-Pfähle gibt es bereits mit eingebauten Isolatoren zu kaufen, was den Aufbau des Zauns nocheinmal erleichtert.

Ebenfalls geeignet sind Pfähle aus Metall, sie halten ebenfalls sehr lange und sind sehr stabil. Außerdem können sie bei einem Abbau einfach verschrottet werden. Auch diese Pfähle gibt es bereits im vormontierten Isolatoren.

Wichtig bei der Wahl des Pfahles ist vor allem der Boden des Weidegrundes. Wer möchte schon in einem lehmigen mit Steinen durchsetzen Boden Löcher graben? Metallpfähle lassen sich dagegen in fast jeden Boden rammen. Holz und Kunststoff auch, aber nur begrenzt. Wer einen nassen Boden hat, ist sicher mit Kunststoff am besten bedient.

Die Umzäunung

Hat man sich für eine Sorte Pfahl entschieden, kann man sich an die weitere Ausführung machen. Der klassische Pferdezaun besteht aus 2 oder 3 Holzzaunriegeln und dazwischen Elektroband. Diese Art von Umzäunung ist wohl als sicher anzusehen, da massiv, selbst wenn der Strom ausfällt. Sollte jedoch ein Holzriegel kaputt gehen, ist immer noch das Elektroband da. Ein solcher Zaun ist sicher und schön anzusehen, aber auch ziemlich teuer und pflegeintensiv. So fand man schnell Alternativen um die Zaunriegel zu sparen. Man kann sie z.B. durch Gummibänder ersetzen, dazu werden alte Förderbänder in breite Streifen geschnitten, fest gespannt und an die Pfähle genagelt. Auch dies ist eine sichere Umzäunung, die dazu nicht einmal großartig gepflegt werden muss. Die alten Förderbänder sind günstig zu haben. Man beachte aber auch hier, dass die Entsorgung später nicht zu einfach ist, wie bei Holz. In den letzten Jahren sind Gummibänder aber ein wenig aus der Mode gekommen, da sie unter Umständen heftige Schnittverletzungen hervorrufen können.

Wer auf Optik großen Wert legt und keinerlei Pflege mehr investieren möchte, kann sich einen kompletten Kunststoffzaun zulegen. Seit einigen Jahren kann man auch die Zaunriegel aus Kunststoff bekommen. Wer sich dabei für weiß entscheidet, hat einen echten „Dallas Zaun“. Sieht schick aus, ist aber auch teuer.

Je nach Lage der Weide kann man natürlich auch sparsamer einzäunen. Beliebt ist hier ein reiner Elektrozaun mit 2 oder 3 Reihen Litze oder Elektrokordel. Solange die Stromzufuhr sichergestellt ist, ebenfalls ein guter Zaun. Viele Pferde wissen allerdings ganz genau, wann der Strom aus ist und machen sich das zunutze um „bessere“ Weidegründe zu erschließen.

In sehr verkehrsarmen Gegenden sieht man auch häufig Pferde mit nur einer Litze eingezäunt. So etwas ist wirklich nur zu empfehlen, wenn es sich um ausgesprochen ruhige Tiere auf großen Weiden handelt und die nächste Straße entsprechend weit entfernt ist.

Um noch einmal zu sparen kann man die breite Litze auch noch durch nur einen dünnen Draht ersetzen, wie man es häufig bei Kühen sieht. Davon kann man aber nur abraten, denn Pferde sind meist schneller als Kühe unterwegs und übersehen einen so dünnen Draht dann einfach. Die Verletzungen, die ein dünner Draht verursachen kann, der sich fest um ein Pferdebein wickelt, sind immens und nicht selten tödlich.

Hier noch einige Tipps bezüglich der Höhe des Zaunes:

Großpferde

3 Reihen Zaunlitze/Kordel o.ä. in Höhe von ca. 50cm, 95cm und 140cm.

2 Reihen können durch Riegel ersetzt werden.

Kleinpferde

3 Reihen Zaunlitze/Kordel o.ä. in Höhe von 45cm, 75cm und 120cm

2 Reihen können durch Riegel ersetzt werden.

Ponys

2 Reihen Zaunlitze/Kordel o.ä. in Höhe von 45 cm und 90 cm.

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