Braunschweig: Abschiedsfeier für Hans Günter Winkler

Hans-Günter-Winkler

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Springsportlegende zieht sich aus der Turnierorganisation der Löwen Classics zurück

Pressemitteilung - Mär 21, 2014: Braunschweig (fn-press). Minutenlange Standing Ovation begleiteten Hans Günter Winkler aus der Braunschweiger Volkswagenhalle. Hier hatte der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten vor zwölf Jahren gemeinsam mit Axel Milkau die Löwen Classics aus der Taufe gehoben, hier verabschiedete er sich als Sportdirektor des Turniers von seinem Publikum und seinen Fans.

Das Hindernismaterial wich nach dem Großen Preis einer mit rotem Teppich bedeckten Empore und einer Ledersitzgarnitur, Turniersprecher Christian Graf von Plettenberg hob an zu einer Laudatio, die einem Mann galt, der wahrlich Sportgeschichte geschrieben hat: Hans Günter Winkler, Sportdirektor der Löwen Classics, sagte adieu. Der 87-Jährige genoss in der Volkswagenhalle seinen letzten großen Auftritt, mit dem er sich aus dem öffentlichen Geschehen zurückzieht. Das Alter hat sichtbar seinen Körper geschwächt, sein lebendiger Geist aber ist geblieben. So plauderte der gebürtige Wuppertaler mit seinen Gästen über seine Vergangenheit und ließ zugleich keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich für die Zukunft noch viel vorgenommen hat. Auf seiner Reitanlage in Warendorf, die jetzt der Vielseitigkeitsreiter Andreas Ostholt betreibt, will er sich mit seinem „HGW Ausbildungszentrum“ auch weiterhin der Förderung junger Reiter und Pferde widmen. Seine Turnierserien wie das „HGW-Nachwuchschampionat“ und der „Goldene Sattel“ sollen dem Nachwuchs auch künftig den Weg in den großen Sport ebnen.

Winklers Erfolgs vollständig aufzuzählen, versuchte Moderator Christian von Plettenberg gar nicht erst: „Lassen wir das mal auf der Zunge zergehen. Hans Günter Winkler nahm über 20 Jahre an sechs Olympischen Spielen in Folge teil und kam jedes Mal mit mindestens einer Medaille nach Hause.“ Fünf olympische Goldmedaillen, Weltmeister- und Europameister-Titel beinahe in Serie, weit über 100 Nationenpreis-Einsätze, über 600 gewonnenen schwere internationale Springen gehören ebenso zur Erfolgsbilanz des HGW wie die Vielzahl von Ehrungen. Als die Deutsche Sporthilfe im Jahr 2000 „Goldene Sportpyramide“ schuf, war der erste Preisträger Hans Günter Winkler, der mit diesem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Neben den sportlichen Leistungen rückte die gesellschaftliche Rolle, die HGW spielte, in den Fokus. Hartmann von Thann, ehemaliger ARD-Chefredakteur und Reitsportmoderator, erinnerte ebenso an seine Zeit mit dem Geehrten wie Bundestrainer Otto Becker, FEI-Springsportdirektor John Roche und Braunschweigs Bürgermeister Dr. Gert Hoffmann.

Hans Günter Winkler begleitet die Springreiter während des gesamten Turniers. In jedem Parcours erinnerten gestaltete Hindernisse an die größten Triumphe: Hallas Kopf, die Goldmedaille von 1956, Fotos und Trophäen waren in die Hindernisse integriert – ein Werk des Parcoursbauers Marco Behrens.

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