Siegerhengst wird teuerster Trakehner

Kostbarer Siegerhengst Sir Sansibar – für 300.000 Euro wurde der Trakehner Hengst nach Österreich verkauft. (Foto: Stefan Lafrentz)

Kostbarer Siegerhengst Sir Sansibar – für 300.000 Euro wurde der Trakehner Hengst nach Österreich verkauft. (Foto: Stefan Lafrentz)

Pressemitteilung - Okt 22, 2014: Neumünster – Sir Sansibar war teuer: 300.000 Euro musste Eva-Maria Aufrecht, Chefin des Gestüts „Unter den Birken“ in Feldkirchen/ Österreich anlegen, um den Siegerhengst der diesjährigen Trakehner Körung in Neumünster zu erwerben. Der schwarzbraune Millennium-Sohn wird zunächst eine Box auf der Hengststation Galmbacher in Umpfenbach beziehen, um auf die Hengstleistungsprüfung vorbereitet zu werden. Im Gestüt „Unter den Birken“ ist auch der 2013 in Neumünster gekörte Trakehner Hengst Gorbatschow zuhause.

Sir Sansibar aus der Zucht des Gestütes Hohenschmark war damit auch Preisspitze des 52. Trakehner Hengstmarktes in Neumünster, zu dem rund 12.500 Zuschauer und Gäste strömten. Zweitteuerstes Pferd war der Prämienhengst Octavian von Millennium, also ein Halbbruder des Siegerhengstes, der für 100.000 Euro nach Bayern ging. Für die Züchterin des besten Springhengstes der Körung, des Horalas-Sohnes Davidas, erfüllte sich ein Traum. Nicht nur wurde Dr. Margret MacGregors Fuchshengst gekört und prämiert, er fand auch neue Besitzer in Deutschland und das hatte sich die Züchterin des ersten zur zentralen Körung zugelassenen US-Trakehners so gewünscht. Davidas wurde für 93.000 Euro an eine Besitzergemeinschaft veräußert, die aus der Familie Bruch, Gestüt Welvert im Saarland besteht und der Sächsischen Gestütsverwaltung, Moritzburg. Das Gestüt Welvert ist auch Besitzer der Trakehner Hengste Phlox und Parforce – Letzterer ist übrigens stolze 32 Jahre alt.

Insgesamt erzielte die Auktion der gekörten und prämierten Hengste ein Gesamtergebnis von 830.000 Euro für 13 Hengste. Der Durchschnittspreis betrug 63.846 Euro. Mit Ausnahme des Siegerhengstes wurden alle Hengste innerhalb Deutschlands verkauft, so sicherte sich u.a. das älteste deutsche Haupt- und Landgestüt in Marbach den Halbblut-Hengst Orlow von Favoritas xx.

Mit einem Gesamtergebnis von 353.500 Euro endete die Auktion der Trakehner Zuchtstuten. Teuerste Trakehner Pferdedame war die Prämienstute Pigalle von Gribaldi-Cadeau aus der Zucht von Dr. Helmut Eisner, Ahorn. Für 80.000 Euro erwarben Interessenten aus Baden-Württemberg die vier Jahre alte, elegante Fuchsstute. Der Durchschnittspreis der Auktion kletterte auf 23.566 Euro. Zum Auktionslot zählten 15 Trakehner Stuten.

Positives Resümee für den 52. Trakehner Hengstmarkt
Zuchtleiter Lars Gehrmann wie auch die Trakehner Verbandsvorsitzende Petra Wilm unterstrichen es deutlich: Das wirtschaftliche Ergebnis des Trakehner Hengstmarktes 2014 fällt klar positiv aus. „Ich bezeichne es mehr als zufriedenstellend,“ so Lars Gehrmann. Zum insgesamt guten wirtschaftlichen Ergebnis kommt auch die Resonanz auf geänderte Abläufe und Programmstruktur. So bezog der Verband die Holstenhalle 2 für die Vorbereitung der Pferde mit ein und konnte damit die Situation im Einritt entspannen, der sonst ausschließlich aus Halle 3 angesteuert wurde. Die nicht gekörten Hengste wurden erstmals am Samstag in das Auktionsgeschehen integriert. Das hat zu einer Verkürzung der Auktion am Sonntag maßgeblich beigetragen. „Ich denke auch, dass die nicht gekörten Hengste am Samstag in der Auktion besser aufgehoben sind und mehr wahrgenommen werden als Sportpferdekandidaten der Zukunft,“ so Petra Wilm. Klar erkennbar war für den Verband auch die Neugier auf die erste Sattelkörung für drei und vier Jahre alte Trakehner Hengste, die in diesem Jahr erstmals stattfand und auch in Zukunft wieder angeboten wird. Auch bei der Frühjahrskörung in Münster-Handorf wird es die Möglichkeit der Sattelkörung für vierjährige Trakehner Hengste geben.

Eine eigene Erfolgsgeschichte schreibt in jedem Jahr der Gala-Abend des Trakehner Hengstmarktes. Kurzweilig und bunt - das lockte auch in diesem Jahr etliche Besucher. Die wurden zunächst von der Verbandsvorsitzenden Petra Wilm im Sattel begrüßt, denn Wilm ist Eigentümerin und Reiterin des Trakehner Hengstes des Jahres 2014 – King Arthur. Sie entführte die begeisterten Zuschauer in ein atemberaubendes Programm mit Trakehner Top-Sportlern, den Jahressiegerstuten, mit den beeindruckenden Show des Franzosen Jean-Francois Pignon oder den „fliegenden Hunden“ von Wolfgang Lauenburger. Bis zum letzten Platz gefüllt war die Holstenhalle – gut, dass es bereits am Freitagabend mit der Kleinen Gala für etliche Besucher eine Alternative gab. Dort zeigten sich auch schon die zu Elite Hengsten ernannten Top-Vererber Easy Game von Gribaldi-Schwadroneur, Hirtentanz von Axis-Kostolany und Le Rouge von Pret a Porter-Tycoon.

Mehr Informationen im Internet: http://www.trakehner-verband.de

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