Die Freuden des Winters

Und 1 und 2 und hoch! Foto: Freia Schultz-Friese

Und 1 und 2 und hoch! Foto: Freia Schultz-Friese

Im Winter machen Ausritte in die Natur besonders viel Spaß

Freia Schultz-Friese - Jan 21, 2010: Zugegeben, es ist etwas kalt beim Reiten, aber so ein Galopp über eine schneebedeckte Wiese hat doch etwas. Ausritte in schneeverhangenen Wäldern sind einfach märchenhaft.

Damit sich solch ein Ausritt nicht zu einem Desaster entwickelt, haben wir einige Tipps für Sie:

Die Ausrüstung für den Reiter:

Als Reiter bewegen Sie sich zwar sportlich auf dem Pferd, gewisse Körperteile, wie die Beine und Hände, werden aber schnell unangenehm kalt. Nun kann sich ein Reiter nicht anziehen wie ein Eskimo, denn zum Reiten ist ein gewisses Maß an Beweglichkeit erforderlich. Hier helfen Hightech-Materialien weiter.

Schuhe

Fangen wir bei den Schuhen an. Bei kalten Temperaturen haben sich sog. Thermoreitstiefel bewährt. Diese bestehen meist außen aus reißfestem und wasserabweisendem Nylon, haben eine atmungsaktive Zwischenschicht und sind innen aus kuschelweichem Fleece. Zu beachten ist, dass die Stiefel einen Absatz haben sollten, damit ein durchrutschen durch den Bügel verhindert wird. Außerdem sollten sie nur so breit sein, dass der Fuß auch ordnungsgemäß in den Bügel gesteckt werden kann.

Hose

Weiter geht’s mit der Hose. Hier gibt es schicke und warme Thermo-Reithosen, die durch ein doppellagiges Spezialgewebe die Wärme am Körper halten.

Jacke

Die Jacke sollte ebenfalls wasserabweisend und vor allem winddicht sein. Darunter bietet es sich an , einen oder mehrere dünnere Pullis zu tragen, den sog. Zwiebellook.

Handschuhe

Auf die Handschuhe sollten wir besonderes Augenmerk legen. Wer kann schon vernünftige Hilfen mit völlig klammen Händen geben? Angenehm sind hier Gore-Tex Handschuhe. Die halten die Wärme. Allerdings sollten es schon spezielle Reithandschuhe sein, die z.B. Zügelverstärkungen bieten.

Kopfbedeckung

Der Kopf und speziell die Ohren werden auch sehr schnell kalt. Hier bietet es sich an, unter die Reitkappe einen dünnen Kapuzenschal zu ziehen. Der hat dann auch gleich den Vorteil, dass er den Hals mit wärmt. Somit ist ein Extraschal überflüssig, der außerdem wegen, den hängenbleibens an Ästen nicht ganz ungefährlich ist.

Die Ausrüstung für das Pferd:

Das Pferd ist der eigentliche Sportler im Team und benötigt während der Arbeit eigentlich keine Decke. Eine Ausnahme bilden hier geschorene Pferde, diese können mit einer speziellen Nierenausreitdecke geschützt werden.

Sollten Sie einen längeren Ausritt mit Pausen machen wollen, empfiehlt es sich eine Abschwitzdecke mitzunehmen. Ein geschwitztes Pferd sollten Sie niemals ungeschützt hinstellen, es kühlt sehr schnell aus und eine Erkältung ist vorprogrammiert!

Zu schnell vergisst man dies, vor allem, wenn man selbst es schön warm hat.

Sollte Ihr Pferd Hufeisen tragen, hat man schnell das Problem des aufstollenden Schnees, Ihr Pferd läuft quasi auf Stelzen aus Schnee und kann nicht mehr weiterlaufen. Es besteht die Gefahr des Umknickens!

Hier helfen sog. Schneegrips. Dies sind hufeisenförmige Gummileisten mit einer Erhöhung an der Innenkante. Diese werden beim Hufschmied unter die Hufeisen gelegt und mit festgenagelt. Diese elastische Wulst verhindert ein Aufstollen des Schnees sehr zuverlässig. Ihr Hufschmied kann Ihnen diese Grips sicher besorgen. Damit das Pferd nicht auf Eis ausrutschen kann, empfiehlt es sich die Hufeisen mit sog. Widia Nägeln zu befestigen. Diese Nägel haben einen extrem harten Kopf, der sich abnutzt und somit auch auf Eis halt bietet. Stollen können ebenfalls helfen.

Allen Barhufreitern wird empfohlen, vorsichtig zu reiten und ggf. einen Hufkratzer mitzunehmen um das Eis zu entfernen. Das dicke Einstreichen mit Huffett kann leider nur kurzzeitig helfen.

Vorsicht ist angeraten!

Kommt Ihnen ein Weg vereist vor, oder geht es steil bergab, steigen Sie lieber vom Pferd! Das ist keine Schwäche und allemal besser, als mit dem Pferd zu stürzen. Führen Sie vorsichtig und lassen Sie das Pferd kleine Schritte gehen. Pferde sind nicht dumm und haben ebenfalls schnell die richtige Technik heraus.

Vorsicht auch vor schneebedeckten Pfützen! Hier können die Pferde einbrechen und sich am Eis verletzen oder aber auf dem Eis ausrutschen.

Wenn Sie diese Tipps beachten, steht einem herrlichen Ausritt nichts mehr im Wege. Wir wünschen Ihnen noch herrliche Wintertage, unter uns das Pferd und der Schnee und über uns nur die Sonne und der weite blaue Himmel!

Ein lautloser Galopp im Schnee unterbrochen nur vom Schnaufen des Pferdes. Worauf warten Sie noch?

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