Rafael Rolli, Geschäftsführer Rolex Deutschland GmbH, gratuliert Kent Farrington gemeinsam mit ALRV-Präsident Carl Meulenbergh (rechts). (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch)
Rafael Rolli, Geschäftsführer Rolex Deutschland GmbH, gratuliert Kent Farrington gemeinsam mit ALRV-Präsident Carl Meulenbergh (rechts). (Foto: CHIO Aachen/ Michael Strauch)
Aus dem Sport

„Master of Faster“ Kent Farrington gewinnt Rolex Grand Prix Japan ist CHIO Aachen-Partnerland 2020

Parcourschef Frank Rothenberger hatte es vor dem Stechen um den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen 2019 gesagt: Kent Farrington ist einer der schnellsten Reiter der Welt. Die Worte des Herren der Hürden sollten sich als prophetisch erweisen.

CHIOFür Farrington ein ganz besonderer Sieg, der hart erarbeitet war. Aber der Reihe nach. Daniel Deußer hatte es als letzter Starter des Stechens mit Tobago Z noch in der Hand, Farrington den Sieg streitig zu machen. Doch es sollte nicht sein. Tobago gab wirklich sein Letztes, aber Gazelle hatte ihrem Namen alle Ehre gemacht. Als Tobago fehlerfrei über den letzten Oxer ins Ziel flog, zeigte die Uhr 44,35 Sekunden an. Farrington und Gazelle waren 43,98 Sekunden schnell gewesen – Platz zwei für Deußer, Sieg für Farrington. Und damit 330.000 von insgesamt einer Million Euro Preisgeld und die Chance auf noch viel mehr, denn nun ist er der Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Showjumping!

Platz drei ging an Ben Maher und sein vierbeiniges Springwunder Explosion W. Der Brite und der Chacco-Blue Sohn hatten ja am Mittwoch im Preis von Europa schon ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Es wurden Wetten auf sie abgeschlossen. Und tatsächlich machte Explosion auch heute wieder den Eindruck eines Siegers. Bis zum vorletzten Hindernis, da fiel die Stange. Die Zeit hätte gereicht. Der Brite und sein Chacco Blue-Sohn waren vier hundertstel Sekunden schneller als Farrington und Gazelle. So wurde es Rang drei. Dahinter reihten sich die Weltmeisterinnen Simone Blum und Alice mit ebenfalls einem Abwurf ein.

Die Taktik zum Comeback

Kent Farrington hatte vor allem eines im Kopf als er ins Stechen ritt: nicht wieder Zweiter werden! Das war er nämlich 2014 schon einmal gewesen. Damals war er mit Voyeur zwar Schnellster gewesen, hatte aber einen Abwurf. Das sollte ihm nicht noch einmal passieren. „Ich wollte meinen Namen auf dieser Tafel am Einritt verewigt haben!“ Darum seine Taktik: schnell reiten ja, aber nicht mit zu viel Risiko. „Ich wollte nicht wieder der Schnellste mit vier Fehlern sein.“ Die Rechnung ging auf. „Es ist eine so beeindruckende Liste großartiger Reiter, die den Großen Preis von Aachen gewonnen haben. Ich bin stolz, nun dazu zu gehören!“

Zumal Farrington eine ziemliche Durststrecke hinter sich hat. 2017 hatte er den Rolex Grand Prix von Genf gewonnen und startete als Nummer eins der Welt und Anwärter auf den Rolex Grand Slam in die Saison 2018. Doch es kam anders. Beim Winter Equestrian Festival in Wellington trainierte er ein Pferd. Es gab einen Unfall. Ben Maher erlitt einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch, musste operiert werden und monatelang pausieren. „Das war wirklich schlimm und ein echter Test, wie sehr ich das alles hier will“, sagt er heute. Dass er jetzt erneut Anwärter auf den Rolex Grand Slam ist, hat einen Grund und der hat vier Beine: „Gazelle, hat mir geholfen, wieder ganz nach oben zu kommen.“

Überglücklicher Deußer

Den Sieg im Rolex Grand Prix hat Daniel Deußer verpasst, aber er war trotzdem mehr als zufrieden: „Mein Pferd ist drei Runden fehlerfrei gegangen. Natürlich hätte ich gerne den Großen Preis von Aachen gewonnen. Aber ich bin auch mit dem zweiten Platz überglücklich.“ Zumal er der erfolgreichste Springreiter des CHIO Aachen 2019 war. Das begann mit dem dritten Platz im Preis von Europa mit Tobago, ging weiter mit Rang zwei im Nationenpreis auf Calisto Blue und dem Sieg im Preis von Nordrhein-Westfalen auf Killer Queen und gipfelte schließlich im zweiten Platz zwei im Rolex Grand Prix mit Tobago. Was für eine Woche! Zumal sein elfjähriger Tangelo van de Zuuthoeve-Sohn kaum größer ist als die Hindernisse, die er überfliegt: „Ja, es fühlt sich manchmal ein bisschen so an, als würde man ein Pony reiten“, bestätigte Deußer schmunzelnd. „Aber hat ein riesengroßes Herz und gibt alles, egal, was für Hindernisse da stehen.“

Ben Maher und sein Flugzeug

Ben Maher gab zu, enttäuscht zu sein, „aber zugleich auch glücklich!“ Kein Wunder, er hat ein Pferd unter dem Sattel, um das ihn die Springreiterwelt beneidet: „Explosion ist unglaublich! Er ist so unkompliziert und er liebt den Sport!“ Heute hatte es nicht sollen sein für den Briten. Aber der nächste Rolex Grand Prix von Aachen kommt bestimmt! 2020 dann etwas früher als gewohnt, nämlich vom 29. bis 7. Juni – mit dem Partnerland Japan. Direkt nach dem traditionellen Abschied der Nationen übergab eine französische Delegation die CHIO Aachen-Fahne an eine japanische Delegation. Save the Date!

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